Zu den essentiellen Grundbedürfnissen eines Menschen (wie z.B. Sicherheit ) zählt auch das Bedürfnis nach Bindung, menschlicher Nähe und emotionaler Offenheit. Die Qualität der Bindungen, die wir zu anderen Menschen entwickeln, wirkt sich entscheidend darauf aus, ob wir uns in unserer eigenen Haut wohl fühlen oder nicht. Wer Kontakte hat, Beziehungen pflegt und die Erfahrung macht, dass er sich auf nahe Menschen verlassen kann, geht leichter, sicherer und zufriedener durch das Leben. Das belegen auch die neuen Erkenntnisse der Hirnforschung.
Im frühen Alter machen wir unsere ersten prägenden Erfahrungen im Kontakt mit anderen Menschen und lernen weiter im Verlauf unseres Lebens auf eine bestimmte Art und Weise mit Gefühlen und Bedürfnissen umzugehen:
Wer die Erfahrung macht, dass seine Gefühle willkommen sind, traut sich diese zu zeigen und auszudrücken. Damit bekommt er einen Zugang zu dem jeweiligen Bedürfnis, welches hinter jedem Gefühl steckt. Das ist die Grundlage, um die Energie die in jedem Gefühl steckt in Form einer Handlung umzusetzen und somit gut für sich zu sorgen.
Leider haben viele Menschen in unserer westlichen Gesellschaft einen natürlichen, gesunden Umgang mit den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen größtenteils verlernt. Das kann so weit gehen, dass der Zugang zu den eigenen Gefühlen im Laufe der Jahre sogar abhanden gekommen ist.
Manche Menschen beschreiben diesen Zustand als eine Art innere Leere die sich in ihnen breit macht, andere als einen empfundenen Gleichstand von Gefühlen, sie spüren weder Freude noch Trauer und zugleich eine innere Antriebslosigkeit die sie lähmt, wieder andere als ein periodisch immer wiederkehrender "Heulausbruch", dessen Hefftigkeit mit der auslösenden Situation nicht im Verhältnis steht.
Im Bonding gibt es die Möglichkeit den Kontakt zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen wieder aufzunehmen und innerhalb eines geschützten Rahmens auszudrücken. Dank dieser Arbeit bekommen sie einen inneren Zugang zu den eigenen nicht gesättigten Grundbedürfnissen und den Raum, sich gezielt für ihre Bedürfnisse einzusetzen. In einer weiteren Arbeit erarbeiten Sie neue Grundeinstellungen, die ihrem Leben mehr Kraft und Lebendigkeit verleihen und ihr Selbstwert stärken.
Bonding kann im Einzelsetting (dafür ist jedoch zusätzlich zum Therapeuten ein Begleiter notwendig, der für den geschützten Rahmen sorgt) oder auch in einer Gruppe eingesetzt werden.
Die Arbeit in einer Gruppe bietet einen geschützten Raum in dem der Umgang mit Gefühlen und Bedürfnissen neu gelernt werden kann.
Jeder Teilnehmer bekommt die Möglichkeit zu seinen Gefühlen zu stehen, sie zu äußern, sich für seine Bedürfnisse einzusetzen und zugleich die Fähigkeit zu entwickeln sich in sein Gegenüber einzufühlen und ihm den Raum für seine Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse einzuräumen.
Wenn zwei Menschen die Chance haben sich auf diese Weise zu begegnen entsteht wirkliche Nähe, die trägt und die Ahnung, dass diese Art von Nähe auch im eigenen Umfeld zu Hause umgesetzt werden kann.